Fahrradkauf
www.radgaragen.de präsentiert 10 Tipps zum Fahrradkauf: Der Winter war hart. Doch jetzt ist er vorbei! Jetzt ist die richtige Zeit für ein neues Fahrrad. Um das richtige Fahrrad zu finden, haben wir zehn wichtige Tipps für Sie zusammengestellt.
1. Es gibt Fahrräder wie Sand am Meer. Doch nicht alle sind für jeden Fahrtzweck gleich gut geeignet. Die erste Überlegung lautet daher: Für welche Art von Fahrten wird das neue Fahrrad meistens benutzt?
Wenn das Fahrrad vor allem für eine lange Radreise benutzt werden soll, dann muss es anders aussehen, als ein Fahrrad für den Alltag oder für das sportliche Fahren. Bei der Klärung der Frage geht es vor allem um den hauptsächlichen Einsatz in der Zukunft. Es soll nicht der Verwendung eines separaten Fahrrads je nach Fahrtzweck das Wort geredet werden. Auch ein Alltagsrad kann gut für eine längere Radreise verwendet werden. Nur lässt sich eventuell nicht so viel Gepäck mitnehmen wie bei einem Reiserad mit stabilerem Rahmen und besonders starken Bremsen.
Im Folgenden wollen wir uns auf den täglichen oder häufigeren Alltagsradler konzentrieren, der sein altes Fahrrad durch ein neues, besseres Fahrrad ersetzen will. Aus zwei guten Gründen: Zum einen wird es die Masse an Menschen sein, die sich aktuell für ein neues Fahrrad interessieren. Zum anderen hat sich bei der Technik, vor allem bei den Lichtanlagen und dem Elektroantrieb, einiges an neuen Produkten getan. In den letzten zwei, drei Jahren gab es echte und spannende Innovationen. Wenn Sie sich ein neues Fahrrad kaufen, dann werden Sie vor allem hier die Unterschiede merken.
2. Fahrradkauf ist Vertrauenssache, vor allem wenn es sich um ein hochwertiges Fahrrad handeln soll, mit dem jede Fahrt auch noch in vielen Jahren Spaß machen soll. Die Auswahl des richtigen Händlers ist daher wichtig.
Ein guter Fahrradhändler ist viel Wert. Er berät einen Radfahrer nicht nur kompetent, sondern verkauft ihm auch das Fahrrad, welches der Kunde wirklich braucht und nicht das Rad, welches er gerade verkaufen möchte. Vielleicht erkennt man einen guten Fahrradhändler daran, dass er selbst gerne und viel mit dem Fahrrad fährt. Schließlich kauft man sein Fleisch nicht bei einem Vegetarier oder einen BMW bei einem BMW-Händler, der selbst privat viel lieber einen Mercedes fährt. Vielleicht fragt man Freunde, die selbst gerne viel Radfahren, ob deren Fahrradhändler zu empfehlen ist. Vielleicht fragt man auch einen Alltagsradler auf der Straße oder den örtlichen ADFC nach einer Empfehlung. Stimmt dann der erste Eindruck und die Chemie zu dem Fahrradhändler, dann ist ein guter und wichtiger Grundstock gelegt. Nicht nur für den Kauf, sondern auch für die spätere Inspektion und für spätere Reparaturen.
3. Den richtigen Zeitpunkt finden – Wenn der Laden voll ist, hat selbst der gute Fahrradhändler kaum Zeit für ein ausführliches Beratungsgespräch.
Gute Fahrradhändler sind leider auch bei anderen Kunden sehr begehrt. Gerade im Frühjahr kaufen sich viele ein neues Fahrrad, der Fahrradladen ist daher immer voll. Vor allem am Freitag und am Sonnabend. Leider bleibt dann wenig Zeit für eine ausführliche Beratung. Vielleicht akzeptiert der Fahrradhändler die Vereinbarung eines festen Termins für ein Beratungsgespräch. Recherchieren Sie zuvor im Internet und legen Sie fest, was für Sie bei dem neuen Fahrrad wichtig ist und was für ein Radfahrtyp Sie sind. Geben Sie die Liste dem Fahrradhändler, sodass er sich vorbereiten kann. Trotzdem dürfte es schwer werden, einen festen Termin am Sonnabend zu erhalten. Dann ist im Frühjahr und Frühsommer kaum ein ausführliches und konzentriertes Beratungsgespräch möglich. Vielleicht ist ein Termin in der Woche oder am frühen Morgen besser geeignet.
4. Was für ein Radfahrtyp sind Sie? Welchen Fahrradrahmen benötigen Sie?
Wenn Sie lieber sportlich mit dem neuen Fahrrad fahren möchten, dann benötigen Sie eine andere Rahmengeometrie, als wenn Sie einen kommoden Fahrstil bevorzugen. Bei der ersteren Rahmengeometrie sitzen Sie stark nach vorne gebeugt (Beispiel Rennrad), bei der zweiten sehr aufrecht (Beispiel Hollandrad). Die beiden Rahmenformen gelten gewöhnlich als die beiden Extreme. Dazwischen gibt es natürlich ausreichend Abstufungen. So können Sie auch bei einer fast aufrechten Sitzposition etwas sportlicher fahren, was vor allem im Stadtverkehr recht hilfreich ist. Sie haben durch die aufrechtere Sitzposition den nötigen Überblick, kommen aber wenn es nötig ist auch zügig los, wenn die Ampel auf Grün springt. Wer fast nur in der Stadt fährt und damit an vielen Kreuzungen und Ampeln anhalten und wieder starten muss, der wird übrigens auch als Mann einen tiefen Durchstieg zu schätzen lernen.
5. Fast nichts ist wichtiger als eine gute Lichtanlage – Ganz bestimmt sehen und gesehen werden.
An einer guten Lichtanlage erkennt man meist ein gutes Fahrrad. Hier hat sich im letzten Jahrzehnt am meisten getan. Zur Jahrtausendwende waren Nabendynamos etwas Besonderes, heute sind sie Standard. Vor zehn Jahren wurden nur wenige Kabel auch innen im Rahmen geführt, heute sieht es anders aus. Das Vorderlicht und das Rücklicht sind heute Halogen- wenn nicht sogar LED-Leuchten. Glühlampen gibt es wohl nicht mehr. Zum Glück, denn wenn man das Licht anschaltet, dann funktioniert es bei heutigen guten Lichtanlagen auch. Bei einem Auto war so etwas schon immer selbstverständlich. Nie fragt sich ein Autofahrer, ob das Licht auch funktionieren würde, wenn man es anschaltet. Zu keiner Sekunde gab und gibt es einen Zweifel. Beim Fahrrad war es leider früher immer so und bei heutigen Fahrrädern mit einer schlechten Lichtanlage ist es auch heute noch so. Mit einer guten Lichtanlage haben Radfahrer immer Licht, vor allem dann, wenn es wirklich wichtig ist. Ein Nabendynamo kann nicht wie ein Seitendynamo bei Schnee und Regen durchrutschen. Er liefert permanent ausreichend Strom und auch Licht, wenn es eingeschaltet wird. Kabel, die Innen im Rahmen verlegt und gleichzeitig von hoher Qualität sind, können kaum reißen oder beschädigt werden. Sie bringen also immer Energie zur Lichtquelle. Perfekt sind dann LED-Leuchten, die sehr, sehr viel helleres Licht geben und deren Lebensdauer bei einem Vielfachen einer Halogen- oder gar einer Glühlampe liegt. Der Lichtkegel ist deutlich größer und gleichzeitig deutlich heller als bei Lichtanlagen, die zehn oder sogar nur drei oder vier Jahre alt sind. Radfahrer können mit guten Lichtanlagen besser sehen und sie werden besser gesehen. Wenn jemand sein fünf Jahre altes, damals hochwertiges Fahrrad jetzt durch ein neues, hochwertiges Fahrrad ersetzt, dann wird es die Lichtanlage sein, bei der der Radfahrer den größten Unterschied feststellen wird.
6. Für viele komischerweise immer noch der wichtigste Punkt bei der Entscheidung, welches Fahrrad es zukünftig sein soll: Die Schaltung und die Anzahl der Gänge.
Nichtradfahrer fragen immer noch als erstes, wenn man ihnen vom Kauf eines neuen Fahrrads berichtet, nach der Anzahl der Gänge. Als ob es ein Qualitätsmaßstab sei. Dabei geht es eher darum, ob ich ein Fahrrad häufig warte oder ob ich dafür keine Zeit und Lust verspüre. Eine Kettenschaltung braucht häufigere Pflege, wenn sie längere Zeit richtig funktionieren soll. Die Nabenschaltung ist da viel geduldiger, da die Belastungen der gesamten Schaltungsanlage beim Schalten nicht so hoch sind. Ein weiterer Unterschied ist die Möglichkeit des Rücktritts oder nicht. Eine Nabenschaltung hat typischerweise eine Rücktrittbremse, eine Kettenschaltung hat keine. Die Übersetzungsschritte einer Nabenschaltung sind geringer als die bei einer Kettenschaltung, aber im Alltag reicht eine Nabenschaltung mit vielen Gängen nach unserer Erfahrung völlig aus. Auch wenn viele technikorientierte Radfahrer dazu eine andere Meinung haben werden. Für sie brauchen auch Pendler eine Kettenschaltung mit 21 Gängen, was wir persönlich für nicht unbedingt notwendig erachten.
7. Die richtige Ausstattung: Bremsen, Federgabeln, Reifen & Co.
Die klassischen V-Bremsen verzögern unter normalen Umständen recht gut. Etwas besser sind da Hydraulik- oder Scheibenbremsen, die meist auch wartungsärmer sind. Federgabeln kommen eigentlich aus dem Bereich der Mountainbikes, sind aber auch bei vielen Fahrrädern zu sehen. Lohnenswert sind sie nur, wenn sie auch wirklich gut sind. Dann können sie so manchen Stoß auf schlechten Radwegen oder bei Straßen mit Kopfsteinpflaster abfedern. Diese Aufgabe könnten aber auch breitere Reifen übernehmen, die bei richtigem Luftdruck federnd wirken. Auf jeden Fall sollte der Reifen gleich von Anfang an Pannensicher sein. Eine gute Pannenschutz-Einlage reduziert das Risiko eines Platten erheblich und macht sich sofort bezahlt. Wer sich über eine ständig zu ölende Kette ärgert, der kann eventuell einen Carbonfaser-Riemen wählen. Die sind einiger zeit auf dem Markt, auch wenn sie sich noch nicht recht durchgesetzt haben. Vermutlich ist der Mensch zu sehr ein Gewohnheitstier, als dass er gleich auf seine Kette verzichtet. Wenn der Fahrradhändler nicht nur ein guter Händler, sondern er und sein gesamtes Team auch Alltagsradler sind, dann hat einer aus dem Fahrradgeschäft so einen Antrieb sicherlich in der Vergangenheit über eine längere Zeit getestet. Fragen sie ihn ruhig nach seinen Erfahrungen. Er kann Ihnen wertvolle Tipps gegen.
Zu einem guten Fahrrad gehört auch unbedingt ein gutes Schloss - oder auch zwei Schlösser. Sie machen sich schnell bezahlt, denn neue und hochwertige Fahrräder findet jeder gut. Leider auch Diebe, obwohl sie meist eher danach gehen, welche Fahrräder weniger gut gesichert sind. Die bevorzugen sie am liebsten. Darum ist ein richtiges Schloss und die Möglichkeit, mit ihm das Fahrrad an einen guten Fahrradständer anzuschließen besonders wichtig.
8. Elektrofahrrad Ja oder Nein? Probieren kostet nichts.
Elektrofahrräder boomen seit drei, vier Jahren und sie sind längst auch etwas für junge Menschen und sportliche Radfahrer. Noch viel wichtiger ist hier aber die Qualität, auch wenn die Gefahr groß ist, ein billiges Schnäppchen im Internet oder im Baumarkt zu kaufen. Elektroräder sind sehr viel teurer als ein normales Fahrrad, denn allein ein guter Akku kostet 600 bis 800 Euro. Bei den Elektrorädern unterscheidet man zwischen zwei unterschiedlichen Klassen. Die bis 25 km/h und die zulassungspflichtigen Elektroräder bis 45 km/h. Mit einigen dürfen oder müssen Sie auf dem Radweg fahren, bei anderen dürfen Sie die Straße benutzen. Wer also ständig auf schlechten Radwegen unterwegs ist und keine attraktive Alternativstrecke zur Auswahl hat, der kann die Radwegebenutzungspflicht auch dadurch umgehen, in dem er sich das passende Elektrorad kauft. Mal abgesehen davon, dass an jeder Ampel ohne Probleme ein schneller Spurt eingelegt werden kann und auch längere Distanzen und Fahrten den Berg hinauf ohne Schwitzen möglich sind. Bei einem guten Fahrradhändler dürfen sie die verschiedenen Elektroräder meist gerne für längere Zeit ausprobieren. Gerade bei einem Fahrrad, welches anders ist als ein normales Fahrrad und gleichzeitig auch teurer ist, sollten eine gute Beratung und eine ausführliche Probefahrt dazugehören.
9. Lieber eine längere Probefahrt vor dem Kauf, als ein ständiges Ärgernis nach dem Kauf.
Wer ein Fahrrad kauft, will auch noch in fünf Jahren gut davon haben. Bis dahin sollen meist mehr als Tausend Kilometer gefahren werden. Viele Alltagsradler legen solche Strecken locker in einem Jahr zurück. Umso wichtiger ist eine richtige und längere Probefahrt, nachdem die Fahrräder gefunden wurden, die in die engere Auswahl gekommen sind. Ist die Sitzhaltung richtig und angenehm? Passt die Rahmenhöhe? Wie sind die Fahreigenschaften? Ist die Lenkposition angenehm? Auch bei einer Probefahrt sollte der Fahrradhändler das zu testende Fahrrad genau auf Sie einstellen. Ansonsten werden sie es nicht richtig testen können. Lassen Sie sich dabei nicht irritieren und nehmen Sie nachträglich auch ein Fahrrad in die Auswahl, welches Ihnen zunächst nicht gefallen hat. Lieber am Anfang seine Meinung revidieren als sich später Vorwürfe zu machen.
10. Ein gutes Fahrrad braucht einen sicheren Parkplatz. Bequem erreichen sollte man ihn auch.
Was nützt ein gutes Fahrrad, wenn man es nicht sicher und bequem parken kann? Ist der einzige Platz der in der Wohnung, dann sollte man lieber über den Kauf eines Faltrads nachdenken. Es benötigt beispielsweise kaum Platz, ist oft auch gefedert, leicht, voll bergtüchtig, voll belastbar, für große und kleine Menschen geeignet und vielfältig ausrüstbar. In guter Qualität ist es fast ein vollwertiges Fahrrad, welches man sehr gut auch in die Bahn kostenlos mitnehmen kann. Für alle anderen bieten sich neben dem Keller, der Garage und dem Fahrradschuppen auch spezielle und sichere Fahrradgaragen an. Die sind in guter Qualität ab ungefähr 700 Euro erhältlich und halten meist länger als ein Fahrradleben.
Mit dem richtigen Fahrrad bringt Rad fahren noch sehr viel mehr Spaß. Sie werden es sich selbst danken und die Umwelt auch. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allzeit eine gute und vergnügte Fahrt.