Kadan - Litoměřice (105km)
Beschreibung
07:20 bin ich auf der Piste. Gestern Abend habe ich an der Brücke gesehen, das die cyklotrasa 204 am rechten Ufer der Ohře weitergeht. Bisher habe ich ja gute Erfahrung mit den ausgewiesenen cyklotrasa an der Ohře gemacht. Im Vertrauen, dass es so weiter geht, nehme ich nicht meine Autoatlasroute. Aber alsbald geht der Fahrweg in einen verschlammten Trampelpfad über. Nach 1 km vorwiegend Schieben auf der Geraden kehre ich um. Also die Straße 225 in Richtung Žatec. Und die führt fast 3 km nur bergauf - mehrmaliges Schieben. Es ist nebelig trüb. Links unten versinkt der Ohře-Stausee Nechranice und das Kraftwerk Tušimice bei Chomotov im Dunst. Dafür gibt es eine schnelle Abfahrt runter zum Staudamm.
Ich bin wieder auf einer cykloturistiká mapa (Radwanderkarte) des okres Louny. Unten an der Ohře müsste ein offizieller Radweg nach Žatec führen: Braune Trasse „Durch Hopfen zum Wasser“. Da ich den Einstieg zu Beginn des Dammes verpasse, muss ich über den ganzen Damm fahren. Der Erddamm ist vielleicht nur 30 m hoch, aber fast 3 km lang. Drüben geht es wieder etwas den Berg hoch bis zur Straße 568, die direkt aus Kadan kommend am linken Ufer des Stausees verläuft. Wenn ich die genommen hätte, hätte ich mir eine Menge Berg erspart.
Abstieg durch Obstplantagen nach Vičice zur Ohře. Am Hang gibt es sogar Weinreben. Es wäre eine schöne romantische Fahrt nach Žatec, wenn die Strecke nicht so schlecht wäre - grob geschottert, Schlaglöcher, Pfützen, Schlammstrecken - wenig erfreulich. Ich bin froh, als ich endlich 10:00 Uhr bei km 33,1 Žatec erreiche und nehme mir vor, ab jetzt nur noch Straßen zu fahren. Dazu nutze ich die Radwanderkarte des Ústecký kray.
Über Staňkovize, Postoloprty und weiter über die Dörfer fahre ich auf guter, wenig befahrener Straße nach Březno. Dort lasse ich mich wieder auf eine nach Louny ausgeschilderte cyklotrasa 380 ein, die mich angenehm asphaltiert an einem archäologischen Freilichtmuseum (Skansen) vorbei bis in die Stadt führt. Zeit für ein Mittagessen in der Fußgängerzone der Altstadt von Louny (12:00 Uhr bei km 58,1).
Mittlerweile kommt es schwarz von Süden her. Alarmstart aus der Stadt raus auf der 246 in Richtung Osten. Aber die Front ist schneller und ich muss mich wegen des Regens 10 Minuten unter einem Baum flüchten. Dann sind die Schauer durch und ich mache wieder Fahrt auf der Landstraße über Obora, Koštice nach Libochovice. Im Norden grüßt die ganze Zeit der markante Vulkankegel mit der Ruine Hazmbůrk. In Libochovice nehme ich mir 14:15 Uhr bei km 79,7 eine Auszeit bei einem herrlichen Softeis.
Weiter ein Stück 246 nach Ost und dann rechtwinklig links die 247 nach Nord bis zum Ort Chotěšov. Dort müsste ich wieder rechts abbiegen. Wieder ein langer Anstieg - aber so richtig stimmt die Himmelsrichtung nicht und außerdem müsste ich bald die Autobahn sehen. Also zurück. Am Wegweiser stand Břežany nad Ohřy, 200 m weiter der richtige Abzweig nach Brozany nad Ohřy - 3 km Umweg. Mit Brille wäre das nicht passiert.
Wieder an der Ohře über Bohušovice und Terezín stehe ich 15:50 Uhr bei km 103,5 endlich an der Mündung der Ohře in die Elbe: Auf der Brücke, die über die Elbe in die Altstadt von Litoměřice führt. Es fängt an zu nieseln. Flucht unter die Arkaden am Markt. 20 km elbabwärts suche ich mir ein Quartier am Elbradweg. Morgen noch 120 km und ich bin wieder in Dresden - zufrieden, stolz und glücklich. Und auch ganz schön knülle.
Natürlich muss man auf der Tour nicht 100 km pro Tag rasen. Dazu ist die Tour landschaftlich viel zu reizvoll mit vielen schönen interessanten Städten. Auch ist sie bergig anspruchsvoll. Der Ausbau/Belag ist streckenweise wenig ansprechend - nicht nur bedingt durch mein regnerisches Wetter.
Schwierigkeitsgrad
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