Cheb - Kadan (115km)
Beschreibung
Es hat bis zum Morgen weiter geregnet. Jetzt ist alles grau in grau. 07:35 Uhr bin ich auf der Piste. Ich fahre auf der stark befahrenen Straße 605 aus der Stadt raus. Am Kreisverkehr zur Autobahn lässt der Verkehr deutlich nach. Ich folge später der cyklotrasa 2070, überquere die Autobahn und nehme dann die 2260, die nach Kynšperk weist. Zuerst ein löchriger Feldweg, dann wieder herrlicher Asphalt, später eine schöne Baumallee bisschen aufwärts und dann Abstieg in die Wiesenaue an der Ohře. Leider ist der Weg durch den gestrigen Regen verschlammt und kaum zu befahren. Das Rad und meine Hosen sehen richtig mistig aus. In Kynšperk wechsle ich auf einer überdachten Brücke auf die linke Seite der Ohře.
Dafür entschädigt der neue asphaltierte Radweg 224 von Kynšperk nach Sokolov. Er verläuft im wesentlichem immer im enger werdenden Tal der Ohře, nur ab und zu in den Hang hinein. 09:45 Uhr bei km 31,6 bin ich in Sokolov. Erstaunlicherweise wird man mit der 224 um den hübsch sanierten historischen Markt herumgeleitet. Die 224 weist weiter nach Loket.
Was folgt ist landschaftlich erste Sahne, ein wildromantsches enges Felstal mit dichtem Buchenbestand. Der Fluss rast manchmal über große Steine, dann fließt er wieder gemächlich dahin. Die Vöglein zwitschern, auch mal eine Nachtigall. Leider wird das radfahrerische Erlebnis getrübt. Der Weg ist zwar neu gekiest und geschlämmt, aber durchweicht mit Schlammstellen und Pfützen, besonders im Bereich der Baustelle einer neuen Brücke hoch droben über dem Tal.
Und leider fängt es an zu regnen. Kein Foto von der Burg in Loket. Kurzes Unterstellen - Regenplane raus oder nicht? Eher nicht - Losfahren. Aber es fängt doch an stärker zu regnen. Ich kann mich auf der Terrasse eines Bootscampkioskes unterstellen (10:45 Uhr bei km 43,6). 4 Berliner Kanuten bibbern in kurzen Hosen und trinken Bier. Auch sie hat der Regen vom Wasser an Land gespült. Sie machen jedes Jahr eine einwöchige Kanutour, diesmal die Ohře abwärts - ein anspruchvolles Unternehmen bei den vielen Stromschnellen, Wehren und Untiefen - und bei dem Mistwetter.
Nach 15 Minuten kann es weiter gehen. Ich erreiche Svatošské skalý, eine interessante Felsformation bei km 48,9. Zur gegenüberliegenden Gaststätte führt eine Hängebrücke. Günstige Gelegenheit für eine wohlschmeckende, heiße Gemüsesuppe mit Blick auf die Felsen.
In Doubi verlässt die 224 den Fluss und führt immer noch asphaltiert gut ausgebaut oberhalb des Hanges nach Karlovy Vary. Da ich Karlsbad schon mehrfach besucht habe, lasse ich das schöne Kurzentrum an der Teplá links liegen. Die Stadtdurchfahrt selbst ist weniger schön, es gibt keine separaten Radwege. 12:45 Uhr bei km 60,5: Ich erwische im Prinzip die richtige Ausfahrt und lande - immer an der Ohře lang - auf der mäßig befahrenen Landstraße über Kyselka nach Velichov. Eine schöne Fahrt in einem schönen Tal. Fast wäre ich weiter bis Ostrov gefahren, kehre aber nach 1 km noch rechtzeitig um (14:00 Uhr bei km 71,0).
Hier enden meine Faltblätter und ich muss nach der Kopie aus dem Autoatlas fahren. Aber es wird eine cyklotrasa 3001 nach Klášterec angezeigt und dort will ich ja hin. Die 3001 führt übern Berg (Schieben) und nach Vojkovice wieder an die Ohře runter. Dort wechsele auf das linke Ufer. Auf einer guten Nebenstraße, erst durch die Au, dann mäßig ansteigend, ist dann doch wieder Schieben angesagt. Von der Höhe aus kann ich erkennen, dass unten im Tal ein wunderschöner neuer asphaltierter Radweg entlang führt, der aber in Vojkovice noch nicht ausgeschildert war. Die 3001 führt weiter den Berg hoch auf die Burg Horný Hrad. Aber ich habe vom Schieben genug und stürze mich auf der viel befahrenen Fernverkehrsstraße 13 zurück in Tal nach Stráž. Dort treffe ich auch wieder die cyklotrasa 3001.
Die jagt mich auf der anderen Seite wieder den Hang hoch. Oben dann ein welliges Auf und Ab - anstrengend, aber immer noch sicherer als auf der 13 im Tal. Inzwischen ist schönes Wetter geworden, die Sonne kommt raus, links grüßt der Kamm des Erzgebirges.
15:35 Uhr bei km 95,4 endet in Okounov der Spaß und die 3001. Cyklotrasa 204 - Kadan 17 km - wird angezeigt, aber bergrunter. Ich verlasse mich auf die Tschechen und verlasse meinen Autoatlasroute. In Lužny quere ich wieder die Ohře, wieder den Berg hoch, aber nur ein kleiner Felssporn mit wunderschöner Aussicht.
Dann angenehmer Radweg entlang vieler Wochenendhäuschen. Ich lande am Kurhaus in Klášterec und steige im Kurpark aufwärts. Die wunderschöne Anlage lädt zum Verweilen ein. Aber ich will noch nach Kadan. Ich wechsle wieder die Seite und es geht durch große Wocheendhaussiedlungen malerisch aufwärts. Es folgt die Abfahrt nach Kadan.
Die Altstadt von Kadan liegt auf einem Hügel. Von der Brücke über die Ohře sehe ich oben die Reklame eines Hotels. Leider ist alles besetzt. Aber 100 m weiter finde ich eine ansprechende Pension. Noch ein Rundgang durch die sanierte Altstadt und Abendessen im Schlosskeller.
Schwierigkeitsgrad
leichtSie müssen angemeldet sein, um selbst Bilder hochladen zu können - login