Halle - Zerbst (94km)
Beschreibung
Vor Halle fängt es an zu regnen. Und es nieselt auch noch, als ich den Bahnhof in Halle verlasse. Alles grau. Es sieht nicht danach aus, als würde es bald aufhören. Also die Regenplane raus und los - rauf auf die Merseburger Straße und straßenbegleitend gen Süden. Ich habe mir vorher angesehen, wo der Elsterradweg beginnt: Dort wo die Merseburger Straße die Elster überquert.
Aber ein Rentnerehepaar schickt mich weiter gen Süden. Sie haben wahrscheinlich den Elsterradweg mit dem Saaleradweg verwechselt. Nach 2 km kehre ich wieder um. Und finde auch dann auf an der richtigen Stelle das erste Schild vom Elsterradweg. Nur von Halle aus war es nicht zu sehen. Inzwischen kann ich die Regenplane wieder einpacken.
Nach 2 Dörfern habe ich den Radweg verloren. Ich wende mich von der Straße nach rechts und dann auf den Deich wieder nach links, wo sich ein schöner asphaltierter Radweg befindet. Kuckuck, Storch, Zaunkönig, Bussard - aber kein Schild vom Elsterradweg - mal taucht ein Schild auf: Gose-Weg, dann wieder: Äußerer Ring, aber die Richtung stimmt. Das Wetter bessert sich. Damit sind auch ein paar Leute zu Fuß und per Rad unterwegs, die man mal fragen kann. Die Elster entpuppt sich später als die Luppe - ein Elsterkanal.
11.40 Uhr bei km 31,5 unterquere ich die Autobahn A9 bei Schkeuditz. Dahinter endet schlagartig der Asphalt und fast wäre ich in Schkeuditz gelandet. Zurück und über ein Brücken eines kleinen Flüsschens, dass sich im Nachhinein als die echte Weiße Elster entpuppt. Es folgt Schlammradeln durch Auwald. Es riecht stark nach Knoblauch - alles voller blühendem Bärlauch.
12:15 Uhr bei km 37,6: Mittag im Auwald bei Wasser und Brot. Die Sonne kommt raus und damit die Mücken. Ich überhole einen Radler: Ja sie sind richtig. Links, das ist der Auensee und da vorn beginnt das Elsterbecken. Aus meinem Faltblatt vom Elsterradweg ist ja nur der Streckenverlauf ersichtlich, keine navigatorischen Details. Ich bin also schon in Leipzig.
Vorbei an der Rückseite des Leipziger Zentralstation - keine Elsterradweg-Beschilderung. Am Ende des Elsterbeckens wechsle ich auf die linke Elsterseite über. In einer Gaststätte voller Radler hat ein Radlerpärchen eine neue Landkarte vom Leipziger Süden. Durch die Flutung der Braunkohlentagebaue ist die Landschaft total verändert - mit einem neuen Radwegenetz. Orientierung seien die zwei Funkmaste bei Wiederau - da müsse ich links vorbei.
14:30 Uhr bei km 61,4 unterquere ich die neue Autobahn A38. Ich treffe einen 71-jährigen Radfahrer (Jahresleistung 7.000 km) aus Zwenkau, der um den ehemaligen Tagebau eine Weile mitradelt und mir alles erklärt. Gute Sicht bis zum Völkerschlachtdenkmal und ins Stadtzentrum von Leipzig und heftiger Gegenwind. Der Sturm wühlt das Wasser des in Flutung befindlichen Zwenkauer Sees zu einer braun-schwarzen Brühe auf.
Auf dem Deich der verlegten Weißen Elster komme ich endlich an den beiden Funkmasten vorbei.
15:30 Uhr bei 76,4 bei Pegau. Rast mit der zweiten Bemme. Es folgt erst ein unschöner Schlammpfad durch Auwald und dann auf offener Fläche heftiger Gegenwind. 10 - 12 km/h im 3. oder 4. Gang - mehr ist nicht drin.
Ab Reuden wird es ein wunderschöner asphaltierter Radweg. Von rechts kommt es schwarz. Hoffentlich schaffe ich es noch bis Zerbst. Weil ich auf der Flucht vor dem Gewitter eine Abbiege verpasse - Gott sei dank - lande ich 17:00 Uhr in Zerbst-Zangenberg an einem Gasthof mit Übernachtung. Nichts wie rein.
Alsbald entlädt sich das Gewitter mit Starkregen. Das ist mir jetzt auch wurscht. Das Rad steht im Stall und ich unter der Dusche mit heißem Wasser von oben. Der Wetterbericht verspricht leichte Wetterbesserung.
Schwierigkeitsgrad
leichtSie müssen angemeldet sein, um selbst Bilder hochladen zu können - login