Röllfeld - Karlstadt (127km)
Beschreibung
07:30 Uhr bin ich auf der Piste. Schönes Au-Radeln - vor mir ein riesig langes Flußkreuzfahrtschiff und ein nicht minder langer slowakischen Motorkahn. Es ist erstaunlich, wie die langen Schiffe und mit welchem Tempo die mitunter engen Kurven des Mains befahren. Ich muss eine Weile den 6. Gang treten, um sie überholen und knipsen zu können.
Vor Miltenberg wird an einem neuen Verkehrszug über den Main gebaut. Die Beschilderung ist hier ein bisschen unübersichtlich, aber schließlich lande ich doch auf die linke Mainseite und durch Mildenberg. Schön sind die Weinberge und die roten Bundsandsteinbrüche anzusehen. Die ansonsten gute Beschilderung veranlasst mich, recht wenig die Brille rauszuholen und ins bikeline zu schauen. Das rächt sich jetzt. Auch an der Brücke in Freudenberg wird gebaut. Ich verpasse das Übersetzen wieder auf das rechte Mainufer und radle geradeaus weiter. Schönes Radeln durch Auwald am Main lang, an einem Campingplatz vorbei - und dann sind sie Radfahrschilder weg. Ich ringel um paar Teiche und schaue dann doch mal auf die Karte. Aha, der Radweg geht drüben am rechten Ufer des Mains weiter. Es gibt zwar auch eine Straße auf meiner Seite, aber die ist zu befahren und führt halb übern Berg. Also zurück bis zur Staustufe Freudenberg und zur Strafe wieder das Rad die Treppen rauf und runter tragen.
Wieder wunderschönes Au-Radeln mit Nachtigall und Kuckuck und entlang paar hübscher Dörfer. Diesmal verpasse ich nicht, die Seiten nach Wertheim zu wechseln. 11.30 Uhr - in Wertheim-Eifel führt der Radweg direkt an einer Norma-Kaufhalle vorbei. Endlich kann ich einen 6er Pack 0,5-Ltr. Flaschen Mineralwasser kaufen. Und in der Motorradwerkstatt borge ich mir wieder einen Kreuzschrauber, um den Lenker noch höher zu stellen.
12:15 Uhr bei km 60 mache ich Mittag in Bettingen in einem Biergarten. Anschließend Quartier machen - Ziel ist Karlstadt. Mit Entsetzen stelle ich fest, dass ich in meiner Streckenplanung die Tageskilometer falsch addiert habe. Statt 92 km muss ich heute über 120 km fahren.
13:30 bei km 77 kurze Rast in Marktheidenfeld, um bisschen Tagebuchskizzen zu machen. Das Radeln fällt mir jetzt schwer, übern Berg ballen sich dunkle Wolken und der Gegenwind hat ziemlich zugenommen. Aber die Gegend ist abwechslungsreich und wunderhübsch. Vorbei an Weinbergen, anmutigen Dörfchen, Felder, Wiesen und Auen. Links grüßt der Spessart.
16:00 Uhr überquere ich den Main in Gemünden - Dreiflussstadt. Hier münden die Fränkische Saale und die (oder der) Sinn in den Main. Ein hübsches Stadtchen, buntes Gewimmel in den Gassen der Altstadt und auf den Markt. Zeit für eine ¼ Stunde Pause bei einem Eis. Seit Lohr hat sich zu Fluss, Straße und Radweg die Bahn in das enge Tal gesellt. Es ist eine viel befahrene Strecke nach Frankfurt. Besonders die zahlreichen langen Güterzüge donnern und kreischen durch das Tal, dass es von den Hängen widerhallt. Das kann ja heute Nacht heiter werden. Meine Sorgen sind aber unbegründet. Mein Privatquartier liegt in Karlstadt oberhalb der Altstadt in einer Siedlung. Nach mehrmaligen Fragen erreiche ich 17:15 Uhr das Haus. Duschen - landfein machen - und die 20 Minuten zu Fuß in die Altstadt. Nach einem Spaziergang durch die alten Gassen lande ich in einen Restaurant auf der Fußgängerzone.
Schwierigkeitsgrad
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