Olberndorf - Altenkunstadt (127km)
Beschreibung
06:50 Uhr Start - den Ort runter bis an den Main und links weg. Es hat gestern Abend nach Gewitter ausgesehen. Aber heute ist wieder schönes Wetter mit strahlend blauem Himmel. Durch Schweinfurt ist man schnell durch. Der Radweg versteckt sich zwischen Fluss und Eisenbahndamm, so dass man von der Stadt fast nichts mitbekommt. Dann beginnt ein 10 km langes herrliches morgendliches Au-Radeln - im 6. Gang. Links die letzten Weinberge, dann blühende Rapsfelder, eine wunderschönes Kastanienallee in voller Blüte - rot und weiß. Nachtigall, Grünspecht und viele Kaninchen. Nach einer knappen Stunde habe ich schon über 17 km.
Dann allerdings eine öde Betonpiste in offener Landschaft. Und wieder schönes Au-Radeln zwischen Fluss und Bahn. Pannenhilfe - einer jungen Frau ist die Kette runter gesprungen. Ich dachte schon, ich hätte bisschen Begleitung zum Quatschen. Aber sie legt den höchsten Gang ein und jagt davon. Sie habe es eilig, denn sie müsse auf Arbeit.
08:40 Uhr bei km 28 durch Haßfurt - erst ein schönes Städtchen und dann ein riesiges Gewerbegebiet. Dann 5 km straßenbegleitend bis Zeil. Dort ein Wechsel auf die linke Mainseite. Es geht den „Berg“ hoch nach Sand und weiter straßenbegleitend über die Dörfer. Aber die Strecke ist abwechslungsreich, immer bisschen hoch und runter, so dass man auch mal die Beine hoch nehmen kann. Viereth - es geht durch ein riesiges Gewerbegebiet, ehe ich wieder direkt am Main bin.
Ein Schild weist auf den beginnenden Main-Donau-Kanal hin. 384 Stromkilometer des Mains - mein Tacho weist 435 km aus. Die Stromkilometer sind auf Flussmitte berechnet, während ich ja jede Biege weit ausfahren muss.
11 Uhr bei km 64 - schöne Einfahrt nach Bamberg entlang des Main-Donau-Kanals und der Regnitz. Die Beschilderung ins Stadtzentrum ist gut, bis ein Brückenbau zu einer Umleitung zwingt. Der Radweg geht auch am eigentlichen Altstadtzentrum vorbei. Irgendwie habe ich dann bei der Ausfahrt aus der Stadt ein Abbiegen verpasst und lande in einem riesigen Gewerbegebiet. Ein Mädchen zeigt mir einen Schleichweg nach Hallstadt und ein Einheimischer lotst mich dann wieder an den Main.
Der Main-Radweg hat zwar ein eigenes Logo, dass aber nur ab und zu als kleines Abziehbild auf einen Wegweiser steht. Ansonsten weisen allgemeine Radwegschilder mit Richtungspfeilen den Weg. Das geht dann gut, wenn es nur einen Radweg gibt. Dort wo sich Radwege kreuzen oder gabeln, muss man ganz schön aufpassen und genau ins bikeline gucken. Selbiges habe ich wieder mal nicht gemacht, bin dem linksabbiegenden Fahrradpfeil gefolgt (weil der nach rechts verdeckt war) und lande damit auf irgendeinen bayrischen Burgenradweg. Nach ein paar Kilometer werde ich dann doch stutzig. Ein Schild weist nach Baunach und das liegt nicht an meiner Strecke. Ich schaue mir im bikeline das Gewirr von Autobahnabfahrt, Bundesstraße und Baggerteichen genauer an - und kehre um.
In Rattelsdorf und auch in Elbing keine Gasthof am Wegesrand. 12:45 Uhr bei km 84 mache ich dann auf einer Bank am Dorfausgang Mittag - bei Wasser und Brot. Vormittag setzte hohe Cirrus-Bewölkung ein und jetzt trübt es sich von Westen her regelrecht ein. Also weiter. Vor Ebenfels geht es wieder auf die linke Mainseite. Der Main ist merklich zusammengeschrumpft. Dafür ist er munterer geworden, hat mehr Strömung, weil keine Staustufen mit Schleusen ihn mehr behindern. Hier fängt es sogar ein bisschen an zu nieseln, aber die Tropfen verdunsten sofort auf der Haut. Das Gelände ist wieder offen. Es geht durch Wiesen und Felder und selten direkt am Fluss lang. Der Main hat so viele kleine Windungen, kleine Seen und Überflutungsflächen. Der Radweg folgt alten Feldwegen und kürzt ab.
13:50 Uhr bei 100 km - Bad Staffelstein. Hört sich gut an - aber außer der Therme hat es wohl nichts weiter zu bieten. Ich liege gut im Rennen. Trotzdem mache ich weiter auf Tempo. Vielleicht schaffe ich es noch bis Kulmbach. Wer weis, wie das Wetter morgen und übermorgen wird. Wiesenradeln bis Lichtenfeld, durch den langem Ort durch wieder an den Main.
14:50 Uhr bei km 115 - hinter Michelau verlockt eine öffentliche Badstelle an einem Baggersee zum Bade. Aber da müsste ich erst die Badehose rauskramen. Handtuch habe ich auch nicht mit. Keiner ist im Wasser, alle liegen nur rum. Wahrscheinlich ist das Wasser zu kalt. Aber reingehen würde ich trotzdem gern. Erst mal ein leckeres Eis und Quartier machen. Kulmbach ist mir doch ein bisschen zu weit. Das würden fast 150 Tageskilometer sein. Das muss ich mir nicht antun. Nach 50 Minuten verlasse ich - ohne zu Baden - das gastliche Fleckchen. In der Folge begegnen mir mit großem Hallo die 3 Schwärme der Münster Ballonfahrer. Sie sind auf dem Weg von Kulmbach nach Lichtenfels. Hinter Hochstadt verlässt der Weg die Au und geht am Hang hoch und runter - Training für morgen? Das würde noch gehen, aber der Weg ist 3 km frisch geschottert und das ist nichts für „Ross und Reiter“.
16:40 Uhr bei km 127 bin ich in meinem Quartier in Altenkunstadt. Das Fahrrad kommt in eine Garage. Duschen - Streckenbericht - Dorfrundgang. Im Ort gibt es einen Russenladen. Erstaunt schaue ich mir das Angebot an. Wer kauft hier russische Waren? Ich kaufe 2 Liter Kwas, 1 Flasche Piwo und 100 gr. Mischkakonfekt.
Schwierigkeitsgrad
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