Kelsterbach - Röllfeld (100km)
Beschreibung
06:15 Uhr bin ich auf der Piste. Es geht verwirrend unter und über ein vierspuriges Straßendreieck und um das Gelände von Höchst herum - aber alles gut ausgeschildert. Dann hat mich der Main wieder. 07:00 Uhr bei km 13 bin ich in Frankfurt. Gegenüber leuchtet die Skyline in der Morgensonne. Es geht unmittelbar am linken Mainufer quer durch die Stadt.
09:10 Uhr - in Kleinkrotzenburg wird auf das rechte Mainufer hinübergewechselt - wieder an einer Staustufe und wieder ca. 40 Treppenstufen das Rad hoch und runter schleppen. Es folgt wieder alter Asphalt mit Baumwurzelverwerfungen und ein langer Abschnitt geschottert und geschlämmt. Den möchte ich nicht bei Regenwetter befahren.
10:30 Uhr habe ich schon 60 km hinter mir. Unterwegs viel Nachtigallgesang. Ich steige mehrmals ab, um eine Nachtigall zu sehen - aber die Vögel sind im dichten Ufergebüsch nicht auszumachen.
Gegen 11 Uhr erreiche ich Aschaffenburg. Im bikeline werden die Gartenanlagen des Pompeianum, Schloss Johannisburg und die Altstadt als sehenswerte Attraktionen angeboten. Ich hatte mir zwar vorgenommen, die Strecke nicht nur abzuradeln - aber was wird mit dem Gepäck am Rad? Rucksack auspacken und Helm und Lenkertasche rein und die Gepäcktasche mit dem Rad stehen lassen? Außerdem hätte ich schiebenderweise den Berg hoch gemusst. Also genieße ich nur den Anblick in der Landschaft und ab und zu eine Knipse. Das gilt dann für alle weiteren Burgen, Schlösser, Klöster, Kirchen, Ruinen und Museen auf der ganzen Tour.
In Aschaffenburg wird wieder die Uferseite gewechselt - aber diesmal auf einer Brücke - mit Blick auf Pompeianum und Schloss Johannisburg.
Ausgangs Aschaffenburg mache ich bei km 72 in einem kroatischen Restaurant direkt am Mainufer ausgiebig Mittag (11:30 - 14:00 Uhr). Meine mitgebrachten Flüssigkeitsvorräte sind aufgebraucht. Eigentlich müsste ich Wasser tanken. Aber erstmal Quartier machen - schließlich ist Pfingstmontag und eine Menge Leute unterwegs. Bayern hat 2 Wochen Schulferien. Da ich gut in der Zeit liege, könnte ich weiter als geplant radeln, obwohl Arsch und Handgelenke dagegen sind. Aber in Miltenberg und Umgebung gibt es kein Quartier in der von mir angestrebten preiswerteren Privatzimmern oder Pensionen. Über 10 Anrufe muss ich tätigen: Wir sind belegt - wir nehmen keine Einzelradler für eine Nacht - oder es geht keiner ran. Endlich klappt es mit einem Privatzimmer, aber erst nach 18:00 Uhr. Also habe ich 4 Stunden Zeit für die restlichen 28 km.
Jetzt wird der Radweg besser - durchgängig asphaltiert ohne Huckeln. Es geht malerisch durch Auwälder, Wiesen und Dörfer. Ortsausgang Großwallstadt lagern zwei Radlerpaare im Schatten. Sie haben wenig Gepäck, also Einheimische. Ich brauche einen Kreuzschrauber, um meinen Lenker wegen der Handgelenkschmerzen höher stellen zu können. Anregendes Gespräch über woher und wohin. Bis jetzt war im Prinzip flaches Land. Jetzt engen links und rechts bewaldete Hänge das Tal ein.
In Klingenberg geht es wieder über eine Brücke auf die andere (rechte) Mainseite. 16:00 Uhr - nur noch 2 km bis zum Ziel und noch zwei Stunde Zeit. Ich entledige mich aller Sachen, haue mich eine 1 Stunde auf eine Bank am Ufer in die Sonne und bin auch einige Male eingenickt.
18:00 Uhr bin ich am Quartier in Röllfeld - ein Einfamilienhaus mit gepflegtem Garten an der Dorfstraße. Duschen - zum Abendbrotessen in einer Gaststätte habe ich keinen Hunger. Frau Wirtin hat noch eine Flasche Bier und ich setze mich auf der Terrasse in die Sonne.
Schwierigkeitsgrad
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