Karlstadt - Olberndorf (118km)
Beschreibung
07:30 Uhr Start - ab in die Altstadt und links weg auf den Main-Radweg. Aber Halt - doch noch mal bei bikeline nachschauen. Siehste - bis Würzburg doch am linken Mainufer entlang - also über die Brücke in Karlstadt. Schönes Au-Radeln - endlich sehe ich auch mal eine Nachtigall: größer als eine Amsel, fast hellgrau mit braunen Flügeln. Auf den Gegenhang ziehen sich die Weinberge bis in die Kuppe hoch.
09:30 Uhr bei km 30 stehe ich auf der Alten Mainbrücke in Würzburg mit Blick auf die Festung Marienberg, die Altstadt und den Kahn in der Schleuse. Auch Würzburg ist sicher einen architektonischen Bummel wert. Ich bin froh, wenn ich wieder im Freien auf dem Radweg bin. Der ist nach Würzburg neu und breit asphaltiert ausgebaut. Und immer wieder Weinberge.
In Ochsenfurt (11:00 Uhr bei km 50) stauen sich die Radfahrer an der Fähre. Zeit für einen Schwatz. Für eine 33-köpfige Radlergruppe aus Münster muss die Fähre mehrmals fahren. Die Gruppe ist mit Bus und Fahrradanhänger auch mainaufwärts unterwegs. Sie fahren aber nur schöne Teilstrecken, max. 30 km am Tag und werden dann mit dem Bus eingefangen. Sie fahren in drei Kolonnen, die sich durch rote, blaue und gelbe Luftballons am Gepäckträger unterscheiden. Ich werde als Mengenrabatt mit in die Gruppe geschmuggelt und der Fährmann macht eine Sondertour bisschen den Fluss rauf und wieder runter. Vorbei an einer zerstörten Brücke. Nicht durch Krieg oder Hochwasser zerstört, sondern weil sie dem Straßenverkehr nicht mehr gewachsen war. Sie wird abgerissen unter Protest der Radelnden und Fußgänger - zur Freude des Fährmanns.
Ich hole mir in Marktbreit einen neuen 6er-Pack Wasser. Ein Teil der „Ballonfahrer“ aus Münster begrüßt mich erneut an einem Radlertreff. Ich schließe zu einer weiteren Ballonfahrergruppe auf, radle mit ihnen quatschenderweise etwas mit. Aber die Truppe ist mir am Berg zu langsam.
12:00 Uhr bei km 60 werden in Kitzingen wieder die Seiten gewechselt. Entlang der Uferpromenade ist kein Biergarten zu sehen. Nun kommt auch noch in der Hitze ein freies Stück entlang der stark befahrenen B 22 - keine schattige Bank, Gegenwind, Durst, Hunger, der Arsch tut weh. Der letzte Weinberg war vor Dettelbach, die schöne Gegend ist vorbei.
Endlich in einem Gewerbegebiet eine Biker-Reparaturwerkstatt mit Bikertreff. Hier bekomme ich endlich auf der schattigen Terrasse eine vorzügliche und reichliche texanische Bohnensuppe und eine wunderbare eisgekühlte Maracujaschorle.
Ausgiebige Siesta von 13:30 - 14:20 Uhr. Zeit auch Quartier zu machen. Ziel ist Schweinfurt. Ich muss bis 18:00 Uhr da sein.
Wieder mal wird von Schwarzenau nach Schwarzach die Seite gewechselt. Ich spare 7 km ein, da ich auf eine Umrundung der sogenannten Weininsel bei Nordheim - einen riesigen Weinberg rundherum um den Kreuzberg - verzichte und direkt auf Volkach zu fahre. Der Main macht hier eine fast vollständige Schleife. Selbst unsere Altvorderen haben die Schleife mit einem Kanal abgekürzt. Allerdings ist meine Abkürzung eine unschöne Schotterpiste, die noch auf ihre Asphaltierung wartet. Hinter Stammheim steht eine G 91 auf einem Potest. Das hiesige Militärmuseum hätte ich mir doch ganz gern angesehen, aber dann wäre ich nicht 18:00 Uhr im Quartier. 16:00 Uhr mit der Fähre nach Wipfeld auf die linke Seite. Hier herrscht kein Radlerandrang mehr. Die Gegend ist auch weniger attraktiv - straßenbegleitend durch die Dörfer, Wiesen und Felder.
Olberndorf liegt schräg am Hang. Um nicht etwa vom Main aus noch mal den Berg hoch zu müssen, frage ich vorsichtshalber vor dem Ortseingang nach meiner Pension. 17:10 Uhr bin ich im Quartier. Probleme bereitet mir die Unterbringung des Fahrrades. Ich soll es hinter einer Garage abstellen. Da wäre noch nie ein Rad geklaut werden. Ich gebe erst Ruhe, als es in der Garage steht.
Schwierigkeitsgrad
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