Bad Berneck - Zur Quelle des Weißmains und nach Münchberg (58km)
Beschreibung
07:30 Start - wieder runter an den Main und links weg. Der Radweg geht die nächsten 10 km asphaltiert auf einer alten Eisenbahntrasse - wunderschön durch den Wald - stetig bergauf. Aber die Steigung ist genussvoll anfangs im 3. Gang, später im 2. Gang zu schaffen. Ein Feuersalamander eilt über den Radweg. Er ist so schnell, dass das Foto unscharf wird.
An der Glasermühle ist Schluss mit dem Genuss. Aufstieg auf der Straße nach Bischofsgrün - schiebend. Über mir thront der Ochsenkopf. Irgendwo da oben ist die Weißmainquelle. Bis da hinauf - Wahnsinn. Und das Wetter trübt sich ein. An dem Berg stauen sich finstere Wolken.
Durch Bischofsgrün kann man wieder ein Stück gerade radeln, dann wird wieder geschoben. Vorbei an einem Wintersportkomplex mit Sprungschanze - der letzte Schnee scheint nicht lange erst weg zu sein. Auch hier ist der „Radweg“ frisch geschottert - schrecklich. In langem Zick-Zack geht es den Berg hoch. Abschnitte mit mäßiger Steigung (Fahren im 2./3. Gang) wechseln mit steileren Abschnitten (Schieben). Zuletzt wird nur noch geschoben. Eine Stunde lang. 3 Km vor dem Ziel fängt es an zu regnen. Ich muss die Regenplane rausholen und die Lenkertasche abdecken. In der Plane schwitzt man wie Sau, bald ist sie innen mehr nass wie außen.
10:00 Uhr bei km 22 - geschafft. Ich bin an der Weißmain-Quelle - in 900 m Höhe. Und keiner ist da, der das stolze Ereignis mit der Kamera festhält. Es ist nass und kalt und klamm. Als Abstieg nehme ich nicht die Schotterpiste, sondern den als Fußweg im bikeline bezeichneten Forstweg. Er ist nicht geschottert, aber steil und glitschig. Vorsicht - hier würde mich so schnell keiner finden. Die Felgenbremsen quietschen erbärmlich - eine ist durch bis aufs Metall.
In einer viertel Stunde bin ich am Gasthaus Karches am Pass der B 303. Es ist doch zu kalt für eine Schussfahrt. Ich hole die langen Hosen und die dicke Radfahrer-Windjacke raus. Und ich nehme jetzt die Bundesstraße, die von 740 m bis zur Glasermühle 600 m NN ständig bergab geht. Ich muss mit stellenweise 45 km/h und wehender Regenplane ein komisches Bild abgegeben haben. 11:00 Uhr bei km 29 bin ich wieder an der Glasermühle - es hat aufgehört mit Regnen.
Aufstieg aus dem Weißmaintal in Richtung Gefrees auf einer wenig befahrenen Landstraße. Das wird noch mal ein harter Brocken - 1 km steil nach oben schieben. Jacke und lange Hosen habe ich längst wieder ausgezogen und weggepackt. Belohnt wird die Mühe mit einer 5 km langen Abfahrt nach Gefrees. Dann geht es wieder bergauf bis Zell - aber so moderat, dass es im 3. Gang zu ertreten ist. Und wenn nicht - wird geschoben. Bergisches Oberfranken - aber wunderhübsch. Die Sonne ist wieder rausgekommen und alles blüht.
In Zell links weg und bis auf ein Stück Schieben geht es abwärts nach Münchberg. 12:35 Uhr bei km 52 bin ich am Bahnhof. 14:05 Uhr fährt der Sachsen-Franken-Express nach Dresden.
17:03 Uhr: Dresden empfängt mich mit Dixilandfestival vor dem Hauptbahnhof und auf der Prager Straße. Ich radle gemütlich nach Haus: Zufrieden, stolz und glücklich.
Schwierigkeitsgrad
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