Soltau - Mariensee (75km)
Beschreibung
Es sieht gut aus - blauer Himmel bis hohe Wolken. 08:30 Uhr Start.
Der Radweg führt im Zickzack über die Dörfer. Um etwaigen Schlammstrecken nach den gestrigen Regen zu vermeiden, nehme ich den straßenbegleitenden Radweg der direkten Straße über Dorfmark nach Fallingbostel (10:15 Uhr bei km 19,0). Wir machen dadurch ca. 4 km gut. Auch nach Düshorn benutzen wir die Straße. In Düshorn folgen wir wieder der Ausschilderung des Leine-Heide-Radweges. Auf einer einsamen Landstraße, vorbei an einem einsamen Bad ohne einen einzigen Badegast (Mitte August!) überqueren wir die A 27. Es geht schön durch den Wald und vorbei an den ersten Plantagen von meterhohen Kulturheidelbeeren nach Hodenhagen. Dort gibt es zwar keinen geöffneten Biergarten für den Milchkaffee, aber einen Bäcker mit Zuckerkuchen.
Zwischen Hodenhagen und Ahlden überqueren wir zuerst die Aller und dann die Alte Leine, die kurz dahinter in die Aller mündet. Dort begegnen wir das erst Mal auch einer Radwandergruppe auf den Leine-Heide-Radweg (10 Männer und 2 Frauen), die es aber sehr eilig haben. Ansonsten sind wir auf der ganzen Tour so gut wie allein. Kein Vergleich mit den Radwegen an Oder/Neiße, Elbe oder Saale.
12:00 Uhr bei km 41,4 machen wir Mittag im Blaubeerland Grethem - notgedrungenerweise, denn es fängt hässlich an zu regnen. Seit Mitte der 30er Jahre wurde hier die Kulturheidelbeere gezüchtet und wir sind erstaunt, in welchen Trauben die Heidelbeere am Strauch sitzt. Und erstaunt über den Preis: 500 gr. für 3 EUR. Und da schlagen wir zu, erst mal ein Pfund zu unseren Bemmen und dann noch ein Pfund zum Mitnehmen. Unter einer Plane, wo sonst die polnischen Heidelbeerpflücker ihren Mittag verbringen, hält uns der Regen 1¼ Std. fest.
Wir schenken uns wieder einen Schlenker, den der Leine-Heide-Radweg macht, um die Highlights in Schwarmstest mitzunehmen und fahren auf mäßig befahrenen Dorfverbindungsstraßen direkt nach Niedernstöcken. Im Dorf davor - Stöckendrebber - fängt es wieder an zu regnen. Wir flüchten in eine Buswartehalle, vor der ein Bus steht. Ehe ich die Brille rausgeholt habe, um am Fahrplan zu gucken, ob der Bus in unsere Richtung fährt, um dann den Fahrer zu fragen, ob er auch Fahrräder mitnimmt, fährt der Bus auch schon ab. Beruhigend - er fährt nach Mariensee und er fährt jede Stunde. Beunruhigend - es sind bis Mariensee noch 28 km, wenn man die Zahl von Stöckendrebber bis Mariensee als Kilometer nimmt. Gestern habe ich beim abendlichen Streckenstudium mit Entsetzen festgestellt, dass ich mich bei der Vorplanung um glatt 12 km verrechnet habe. Die heutige Tagesetappe wäre damit nicht 63 km, sondern 75 km lang. Auch deshalb habe ich heute die Schlenker des Radweges ausgeklemmt, nicht nur um Pfützen und Schlammstrecken zu umgehen, sondern vor allem um ein paar Kilometer gut zu machen. Wir radeln verbissen weiter. In Mandelsloh wird Mariensee mit nur noch 7 km angezeigt. Die 28 war die Anzahl der Haltestellen und nicht die Kilometer. Aber vor Mariensee werden wir nochmals für 10 Min. wegen Regen in einer Laube einer Einheimischen aufgehalten.
15:15 Uhr sind wir endlich im Quartier in Mariensee. Absatteln, die Räder stehen warm und trocken im Saal des Hotels. Ich gehe allein ins Kloster Mariensee - ein ehemaliges Zisterzienserkloster. Später beherbergte es so genannte Konventualinnen (d.h. höherer adlige und vornehme bürgerliche Töchter). Eigentlich hat das Kloster montags Ruhetag, aber da ein hiesiger Tischlermeister den Pfosten der Gartenpforte repariert, kann ich in den Klostergarten. Auch den Kreuzgang im Kloster kann ich begehen. Aber die Klosterkirche ist verschlossen. Anschließend Eistee, Apfelschorle und 4 Nektarinen im Dorfladen. Abruhen bis zum Abendessen.
Schwierigkeitsgrad
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