Buchholz - Soltau (66km)
Beschreibung
08:30 Uhr Frühstück. Die Wirtin serviert frischen Zuckerkuchen. Als wir den besonders loben, packt sie uns noch ein Stück für die Fahrt ein.
09:15 Uhr Start. Geschlossene Wolkendecke, aber es regnet nicht. In Buchholz suchen wir den Anschluss an den Leine-Heide-Radweg. Dazu müssen wir über zwei Bahnlinien. Im Prinzip sind für Radfahrer sowohl durch einen Tunnel und dann über eine Brücke gut befahrbare Rampen angelegt, bloß muss man die kennen. Die Beschilderung war etwas verwirrend. Auf der Straße über die Eisenbahn findet ein Radrennen statt. Wir ernten spöttische Bemerkungen, weil wir in die falsche Richtung fahren. In Seppensen kreuzt der Radweg die Rennstrecke. Immer noch oder schon wieder Pulks von Rennfahrern, ehe wir eine Lücke zum Durchhuschen finden. Schöne Fahrt an der Seppenser Mühle vorbei, übern Berg in den Wald. Hier wollt ich eigentlich abkürzen, um Holm zu umgehen. Aber alle Wege führen nur in Privatgrundstücke.
Und so erwischen wir in Holm wieder die Rennstrecke. Diesmal müssen wir über eine ½ Stunde warten, ehe wir die Straße queren können. Der Polizist sagt, dass sei ein von Vattenfall gesponsertes Rennen über 150 km mit Start und Ziel in Hamburg, an dem 25.000 Profis und Amateure teilnehmen. Wir folgen eine Weile der Rennstrecke in Gegenrichtung, allerdings auf dem straßenbegleitenden Radweg. Die Feuerwehr hat alle einmündenden Straßen abgesperrt und so verpassen wir in Schierhorn das Rechtsabbiegen. Also 500 m im „Pulk“ der Rennfahrer unter Beifall der wenigen Zuschauer zurück. Dafür haben wir ein Schild abgestaubt, mit dem die Zuschauer die Rennfahrer motivieren sollen - mit der Aufschrift: „Ihr seid Helden!“. Und nun haben alle, die uns überholen, etwas zu grübeln, was wir wohl damit meinen. Später muss ich das Schild etwas gerade rücken. Der Spanngummi hatte aus dem L ein I gemacht. Und mit dem Schild: „Ihr seid Heiden!“ wollten wir nicht durch die Gegend fahren.
Wir radeln nun durch die Lüneburger Heide straßenbegleitend nach Wesel. Heite blüht die Heide noch nicht. Die wenigen offenen Heideflächen sind noch grau. Waltraut giert nach ihren Milchkaffee, aber der Biergarten in Wesel war ihr zu voll. Die Straße nach Undeloh mehrt sich elende lang hin und bei Gegenwind erst ewig hoch, ehe es in den Ort reingeht. Hier herrscht wahnsinniger Betrieb. Alle Biergärten voll. Viele Fußgänger, Radfahrer und Pferdedroschken. In Undeloh ist Flohmarkt. Also radeln wir weiter. Aber irgendwie verpasse ich das richtige Abbiegen und wir landen auf direkten Weg in Wilsede. Die Heide ist derwegen ganz schön hügelig und das Fahren und Schieben im Sand mit unseren schweren Rädern macht fürwahr kein Spaß. Dabei ist noch nicht mal Halbzeit. Zwei Hotels lassen wir links liegen und im dritten Biergarten verbläst uns eine Truppe Dudelsackbläser. Viele Leute - ein Polizist zu Pferde passt wohl auf, dass keiner das Autofahrverbot für Wilsede bricht.
Am Ortsausgang von Wilsede setzen wir uns auf eine Bank in die Heide und machen Mittag (12:30 - 13:00 Uhr bei km 31,8). Und die Massen ziehen an uns vorbei, grübeln über das Schild, wer die Helden sind und wünschen uns Guten Appetit. Vor lauter Bedanken kommen wir gar nicht zum Essen.
Weiter geht es sandig durch die Heide. Und dann liegt da wirklich eine große Herde von Heideschnucken und Ziegen in der Heide. Es gibt sie also noch - oder besser wieder. Nachdem die Heide mächtig zugewachsen war, sorgen jetzt 2 private Herden und 6 Herden vom Naturbund für offene Heide. Und es gibt auch noch die alten Bienenhäuser und sie sind sogar bevölkert. Schade, dass es so bewölkt ist und die Heide noch nicht richtig blüht. Vorwiegend besteht die Lüneburger Heide ja aus Wald. Vor Schneverdingen kommen wir noch mal an einem Stück offene Heide vorbei, die bereits merklich lila schimmert.
Den Ort selbst tangieren wir nur. Kein Café mit Milchkaffee für den Zuckerkuchen, dafür ein Straßenschild: Soltau 20 km. Unser Radweg geht aber über Neuenkirchen. Und da sind es noch ein paar Kilometer mehr. Heldenhaft entscheiden wir uns trotzdem für die Strecke über Neuenkirchen. Aber in diese Richtung sieht es dann mächtig schwarz aus und man kann die Wasserfahnen aus den Wolken schütten sehen. Auch bei uns fängt es an zu nieseln. Also fahren wir auf wenig befahrener Landstraße und später straßenbegleitend auf der B 83 direkt nach Soltau. Vor uns muss es schon mächtig gegossen haben, die Straßen sind klitschnass.
In Soltau finden wir zwar recht schnell unsere Pension. 100 m davor fängt es wirklich an zu schütten. 15:45 Uhr - wir sind froh, dass wir absatteln und die Räder in die Garage schieben können.
Schwierigkeitsgrad
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