Ahlfeld - Göttingen (75km)
Beschreibung
Start 08:45 Uhr. Um an den Leine-Radweg zurückzukehren, müssten wir die 4 km nach Ahlfeld zurückfahren. Unten würden uns dann mehrere Steigungen erwarten. Also habe ich mich gestern bei 3 verschiedenen Leuten aus der Pension erkundigt, ob man mit dem Rad auch von Hörsum aus weiterfahren könnte bis Winzenburg, eventuell sogar bis Bad Ganderssheim. Aber die Aussagen von Autofahrern über Steigungen unterscheiden sich dann doch, wenn man sie mit den Rad bewältigen muss.
Wir haben strahlenden Sonnenschein, nach den gestrigen Regen ist die Welt richtig blank geputzt. Bis Winzenburg gibt es einen schönen straßenbegleitenden Radweg - mit 3 langen Schiebestrecken und zwei tollen Abfahren. Aber das hätten wir an der Leine sicher auch gehabt. Die Straße nach Bad Ganderssheim führt aber dann doch ziemlich den Berg hoch, sodass wir in Winzenburg rechts abbiegen und auf separaten Radweg durch einen herrlichen Wiesengrund zur Leine absteigen.
Wir tanken in Freden Eistee und wechseln auf die linke Seite der Leine. Leider führt die Route wieder auf - zwar wenig befahrener - Straße zweimal hoch und runter, ehe wir das Unterbecken des Pumpspeicherwerkes Erzhausen erreichen. Erst dann gibt es wieder einen separaten Radweg.
Vor Kreiensen machen wir auf einer Bank zweites Frühstück oder Mittag (11:00 - 11:25 Uhr bei km 22,9). Dort erhält der eigentliche Radweg gerade einen festen Belag, aber die Umleitung ist sehr gut ausgeschildert. Wieder an der Leine beginnt ein neuer betonierter Radweg. So schön wie der neue Radweg ist, aber erführt wieder 4 km direkt an der Straße lang und die nächsten 3 km bis zum Ortseingang Einbeck müssen wir sogar wieder auf der stark befahrenen Straße fahren. Bei der Wärme haben wir auf separaten Radwegen den Helm abgenommen, aber hier heißt es wieder Helm auf.
Wir waren zwar neugierig auf Einbeck, aber bis ins Zentrum müssten wir noch 2 km in die Stadt rein fahren. Also links weg. Die nächsten 15 km sind ein radtouristischer Skandal. Wir müssen die ganze Zeit - zwar auf einen eigenen Radweg - neben einer stark befahrenen Bundesstraße herfahren - 2 km von der Leine weg - ohne Bänke, ohne Rastplätze. Da entschädigt auch der Vogelbebachtungspunkt bei Hollenstedt nicht. Dort treffen wir 10 Radler aus Hamburg, die eigentlich seit gestern den Neiße-Oder-Radweg machen wollte. Aber die Horrornachrichten von dem Hochwasser an der Neiße hat sie kurzfristig umplanen lassen. Die Flut war vor 14 Tagen. Der Region hätten gerade jetzt ein paar Touristen mehr gut getan.
Northeim lassen wir links liegen. Endlich sind wir wieder fern von Abgasen und Straßenlärm zwischen Felder und Wiesen. Und endlich - wie eine Oase in der Wüste - das Radlercafé „Leineblick“ (14:15 Uhr bei km 53,0). Und sogar mit Liegestühlen. Der Mann weis, was des Radlers Herz begehrt. Hier ruhen wir uns eine Stunde aus und beobachten vornehmlich die vielen ICE und auch Güterzüge, die im Tal vorbeirasen.Wir beschließen, bis Göttingen durchzuradeln.
Der Wirt hat uns den Tipp gegeben, weiter gerade auszufahren und nicht der offiziellen Ausschilderung links zur B 3 zu folgen. Der Hinweis war Gold wert und erspart uns eine 7 km Fahrt entlang der mehr als stark befahrenen B 3. Wir müssen nur durch ein schmales Tunnel unter die Bahnlinie durch. Ansonsten ist alles asphaltiert.
Und hier arbeitet endlich mal ein Mähdrescher und erntet den Sommerweizen. Wir haben uns seid Hamburg gewundert, warum überall auf den Feldern noch der Weizen steht - überreif und manchmal schon fast schwarz. Aber wahrscheinlich musste das so sein.
Die 17 km bis Göttingen mehren sich ganz schön hin, dafür haben wir an der Leine eine schöne Einfahrt in die Stadt. Dann schieben wir die Räder durch die Fußgängerzone im Zentrum und finden keine Pension oder ein Hotel. Wie weiter? Im bikeline sind die Hotels und Pensionen nach Postleitzahlen geordnet. Woher soll ich wissen, welche Postleitzahl das Zentrum hat? Also fragen: Ja, die meisten Pensionen liegen außerhalb., aber ich kann ihnen ein gutes Hotel zeigen. Es ist liegt direkt im Zentrum und kostet auch dementsprechend. Eigentlich wollte ich nicht soviel investieren. Als Radfahrer nutzt man den Komfort eines Hotels ja kaum richtig. Aber Waltraut will keinen Schritt weiter (17:15 Uhr bei km 75,0). Egal - was soll´s - man gönnt sich ja sonst nichts.
Duschen - Landfein machen. Bummel durch die Innenstadt, viele Leute unterwegs, vor allem junge Leute. Zwar ist Göttingen Universitätsstadt, aber es müssten ja noch Semesterferien sein? Und Fahrräder - überall Fahrräder. Wobei erstaunlicherweise die Radfahrer in der Fußgängerzone, wo das Radfahren nicht erlaubt ist, wirklich ihr Rad schieben.
Abendessen im Biergarten - alles junge Leute. Noch ein kleiner Spaziergang durchs nächtliche Göttingen.
Schwierigkeitsgrad
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